KI verändert Startup-Jobs: Jedes vierte Startup verzichtet auf Neueinstellungen

Veröffentlicht am 15.08.2026

KI verändert Startup-Jobs: Jedes vierte Startup verzichtet auf Neueinstellungen

Künstliche Intelligenz verändert zunehmend auch die Personalplanung deutscher Tech-Startups. Einer aktuellen Bitkom-Umfrage zufolge hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als jedes vierte Startup (27 Prozent) wegen des Einsatzes von KI auf Neueinstellungen verzichtet.

Bei 7 Prozent der befragten Unternehmen ging die Entwicklung noch weiter: Sie bauten aufgrund von KI sogar Stellen ab. Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch die andere Seite der Entwicklung. 16 Prozent der Startups haben wegen KI zusätzliches Personal eingestellt. Bei der Hälfte der Unternehmen hatte der KI-Einsatz bislang überhaupt keine Auswirkungen auf den Personalbedarf.

Damit zeichnet sich ein differenzierteres Bild ab: KI ersetzt nicht einfach Beschäftigte, sondern verändert offenbar vor allem, wie viele neue Mitarbeiter Unternehmen für bestimmte Aufgaben noch benötigen.

KI macht Startups effizienter

Gerade für Startups ist dieser Effekt besonders relevant. Kleine Unternehmen verfügen häufig nur über begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen. KI-Systeme können beispielsweise bei Büroarbeiten, Recherche, Kundenkommunikation oder der Softwareentwicklung Aufgaben beschleunigen oder teilweise automatisieren.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst verweist insbesondere auf Effizienzgewinne bei Bürotätigkeiten und in der Softwareentwicklung. Gleichzeitig seien Startups technologische Vorreiter und besonders darauf angewiesen, ihre Mitarbeiter möglichst effizient einzusetzen.

Bemerkenswert: Nach Angaben von Bitkom nutzen alle befragten Startups KI in ihren Geschäftsprozessen.

Durchschnittlich nur noch zwölf Beschäftigte

Parallel zum zunehmenden KI-Einsatz ist die durchschnittliche Mitarbeiterzahl der befragten Startups zurückgegangen. Aktuell beschäftigen sie im Schnitt zwölf Personen. Ein Jahr zuvor waren es noch 13, im Jahr 2024 durchschnittlich 15 Beschäftigte.

Ob KI für diesen Rückgang verantwortlich ist, lässt sich aus der Umfrage allerdings nicht ableiten. Die Ergebnisse zeigen lediglich, dass KI inzwischen bei einem erheblichen Teil der Unternehmen direkten Einfluss auf Personalentscheidungen hat.

Die meisten Startups wollen trotzdem wachsen

Von einem generellen Stellenabbau in der Startup-Szene kann dennoch keine Rede sein. 62 Prozent der Unternehmen erwarten für 2026 steigende Beschäftigtenzahlen. Im Durchschnitt rechnen sie mit vier zusätzlichen Mitarbeitern.

Nur sechs Prozent planen insgesamt einen Stellenabbau, während 26 Prozent von einer weitgehend unveränderten Mitarbeiterzahl ausgehen.

Auch beim Blick auf die kommenden zwölf Monate zeigt sich ein ähnliches Bild: 28 Prozent wollen wegen KI auf Neueinstellungen verzichten, während 19 Prozent aufgrund des KI-Einsatzes sogar zusätzliche Mitarbeiter einstellen wollen. Nur zwei Prozent rechnen damit, wegen KI tatsächlich Stellen abzubauen.

KI verändert eher den Personalbedarf als die Beschäftigung insgesamt

Die Zahlen zeigen damit einen wichtigen Trend: Der Einfluss von KI auf den Arbeitsmarkt dürfte sich zumindest bei Tech-Startups zunächst weniger durch große Entlassungswellen bemerkbar machen. Stattdessen könnten Unternehmen Wachstum künftig mit kleineren Teams bewältigen und bestimmte zusätzliche Stellen gar nicht erst schaffen.

Gleichzeitig entstehen durch KI neue Aufgaben und Geschäftsmodelle, für die wiederum Mitarbeiter benötigt werden.

Die Bitkom-Befragung basiert auf Angaben von 102 deutschen Tech-Startups und wurde zwischen Kalenderwoche 21 und 27 des Jahres 2026 durchgeführt. Die Ergebnisse sind laut Bitkom nicht repräsentativ, sollen aber ein Stimmungsbild der deutschen Startup-Szene vermitteln.

Quellen

  1. Jedes vierte Startup hat auf Neueinstellungen verzichtet wegen KI – Bitkom

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